Saal F
DAS ENDE DES BEWAFFNETEN KAMPFES UM MAKEDONIEN
Die Balkankriege führen zur Eingliederung Makedoniens in den griechischen Staat
Im Juli 1908 fand die Revolution der Jungtürken statt. Es handelte sich um einen militärischen Putsch, der das Ziel hatte, das Osmanische Reich vor dem drohenden Zerfall zu bewahren, indem die Verfassung in die Praxis umgesetzt und die Verwaltung modernisiert werden sollte. Die Jungtürken, die anfangs Feinde der absolutistischen Regierungsform des Sultans waren, gründeten eine politische Organisation, das „Komitee für Einheit und Fortschritt“, und versprachen Gleichberechtigung und Gleichstellung vor dem Gesetz für alle Untertanen des Reiches. Nach ihrer Machtübernahme erreichten sie die Kapitulation aller griechischen und bulgarischen Widerstandsgruppen und verkündeten triumphierend ihre Amnestie. Jedoch sprengte letztlich der extreme nationalistische Charakter des neuen Regimes seine Beziehungen mit den Balkanstaaten und löste die Balkankriege aus.
Im Herbst 1912 kooperierten Griechenland, Serbien, Bulgarien und Montenegro und erklärten nacheinander dem Osmanischen Reich den Krieg.Die griechische Armee konnte mit Hilfe der griechischen Freiheitskämpfer in Makedonien schon bald in das Makedonische Inland vorstoßen und befreite Thessaloniki am 26. Oktober 1912. Zur selben Zeit wurden auch die ost- und nordägäischen Inseln und Epirus befreit. Noch bevor die Feindseligkeiten ganz eingestellt wurden, entstanden Spannungen zwischen den Balkanverbündeten. Diese eskalierten Mitte Juni 1913 in dem überraschenden Angriff durch Bulgarien auf Serbien und Griechenland. Die griechische Armee schlug sofort zurück, lieferte harte Schlachten und befreite Ost-Makedonien. Jedes Dorf wurde zum Schauplatz gewaltsamer Kämpfe, sowohl zwischen regulären als auch irregulären Einheiten. In der Zwischenzeit stießen serbische, türkische und rumänische Truppen unaufhaltsam in bulgarische Gebiete vor.
Dieser zweite Balkankrieg endete mit dem Vertrag von Bukarest (1913), der die griechische Hoheit über den größten Teil der makedonischen Gebiete festlegte, was mehr oder weniger dem historischen Gebiet des antiken Makedoniens entsprach.
Dadurch, dass sich Griechenland Kreta und Süd-Epirus gesichert hatte, verdoppelte es fast seine Fläche und seine Bevölkerung. Jedoch warteten auf Griechenland noch weitere Herausforderungen.
Letzte Aktualisierung: 22/04/2010 03:57







